CBD in Deutschland: Legal oder doch nicht?

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Quelle: https://unsplash.com/photos/F-ZXqLioXxg

Keine Frage, CBD ist in aller Munde und viele Menschen setzen auf die Kraft der Natur, um verschiedene Beschwerden zu lindern. Verfügbar ist das Mittel in verschiedenen Darreichungsformen, vom Öl bis hin zum Liquid für einen Verdampfer. Wie auch beim Shisha Tabak funktioniert das Verdampfen dabei ohne Nikotin. Doch wie sieht es eigentlich mit einem Cannabis-Shisha-Tabak aus? Gibt es sowas in Deutschland und vor allem, ist es legal?

CBD und seine Vielfalt

Tatsächlich gehört CBD in Deutschland, unter gewissen Voraussetzungen, zu den legalen Substanzen, die ohne Bedenken konsumiert werden können. Der Rapper SpongeBozz, der seine Identität lange geheim hielt, hat einen Shisha Tabak hergestellt, der mit CBD angereichert ist. Damit darf er in Deutschland legal konsumiert werden, denn anders als klassisches Marihuana enthält CBD kein THC und fällt damit nicht unter das Betäubungsmittelgesetz.

Das gleiche Phänomen findet bei E-Liquids Anwendung, die für elektronische Zigaretten oder sogenannte Vaporizer hergestellt werden. Sie enthalten CBD, aber kein THC und machen somit nicht „High“. Die Gesetzeslage in Deutschland ist aber dennoch schwammig, wie in vielen Bereichen gibt es keine eindeutigen Vorgaben, grundsätzlich gilt CBD aber als erlaubt.

CBD erfährt einen Boom

Umfragen haben gezeigt, dass die Bereitschaft zur CBD Einnahme unter den Deutschen hoch ist. Ob zur Selbstmedikation oder nach ärztlicher Empfehlung, nur rund 10 Prozent der Menschen zwischen 30 und 49 Jahren würden auf keinen Fall zu CBD greifen. Immer wieder wird parallel zur Verbreitung von CBD darüber diskutiert, ob möglicherweise auch Cannabis in Deutschland legalisiert werden könnte. 

Beliebt ist das Cannabidiol ohne psychogenen Effekt vor allem aufgrund seines breiten Spektrums. Ob gegen chronische Schmerzen, Entzündungen, psychologisch relevante Erkrankungen oder auch Schlaflosigkeit und Unruhezustände, CBD hat in vielen wissenschaftlichen Untersuchungen bereits seine Wirksamkeit unter Beweis gestellt. Ein Effekt, den auch Ärzte mittlerweile erkannt haben und daher ihren Patienten immer häufiger zum versuchsweisen Einsatz von CBD raten.

Darf CBD in Deutschland legal konsumiert werden?

Als einzelne Substanz ist CBD in Deutschland legal, da das Cannabidiol kein anerkannter Suchtstoff ist. Seitens der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde CBD als unbedenklich klassifiziert. Dennoch gibt es in Deutschland wieder einmal schwammige Gesetze, die bei den Anwendern Fragen aufkommen lassen. CBD basiert in der Regel auf einer Zusammensetzung aus verschiedenen Wirkstoffen einer Hanfpflanze. Ein Großteil der Hanfpflanze fällt allerdings unter das BTM-Gesetz, was die Rechtslage schwierig macht. Theoretisch müsste CBD damit verboten sein, es gibt jedoch einige Bedingungen, die den Besitz und Konsum der Produkte legalisieren. Dazu gehört:

  • Der Missbrauch zu Rauschzwecken muss ausgeschlossen sein, in Verkehr gebracht werden darf CBD nur in der Wissenschaft oder gewerblichen Zwecken.
  • Das CBD-Produkt muss aus zertifiziertem Nutzhanf gewonnen werden, wer in der EU angebaut wurde. Der THC-Gehalt muss unter 0,2 Prozent liegen.

CBD-Produkte werden in der EU entsprechend hergestellt, sodass der THC-Gehalt keine Schwierigkeit darstellt. Anders sieht es mit dem ersten Punkt aus, denn dieser zweifelt beispielsweise den Verkauf von CBD-Blüten an den Endkunden an und sieht hier keinen gewerblichen Zweck. Des Weiteren gehen die Verantwortlichen bei CBD-Produkten in Reinform, zu denen auch Blüten gehören, davon aus, dass eine missbräuchliche Verwendung nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann.

Somit sind alle fertigen CBD-Produkte, zu denen u.a. CBD-Öle gehören, in Deutschland erlaubt, sofern der THC-Gehalt unter 0,2 Prozent liegt. Unverarbeitete Rohstoffe, wie CBD-Blüten, sind hingegen nicht erlaubt, eine Gesetzesänderung ist allerdings in Planung.

Warum sind die Regelungen so widersprüchlich?

CBD-Öl legal, CBD-Blüten nicht? Wo ist denn da der Sinn? Die Sinnfrage stellen sich tatsächlich zahlreiche Experten, denn die Einschätzungen, die zum Verbot von Blüten, nicht aber von Ölen führen, sind in der Praxis nicht haltbar. Die Gesetzgebung geht davon aus, dass bei der Verwendung von CBD-Blüten ein Rauschzweck nicht ausgeschlossen werden kann. Faktisch ist diese Annahme korrekt, denn enthalten CBD-Blüten im Schnitt 0,1 Prozent CBD, wäre es bei Verwendung von ca. 15 g CBD-Blüten möglich, den Rausch eines THC-Joints zu simulieren.

In der Praxis allerdings ist diese Annahme, Experten zufolge, vollkommen fernab der Realität. Für den Konsumenten würde das bedeuten, dass er nicht nur rund 150 Euro für einen einzigen Rausch zahlen müsste, er wäre auch dazu gezwungen, ganze 15 g Blüten in einer einzelnen Haschzigarette unterzubringen. Diesen Aufwand würde kaum ein Cannabis-Konsument betreiben, wenn er THC auf dem Schwarzmarkt in beinahe jedem Park kaufen kann.

Das Gesetz geht allerdings immer von dem aus, was in der Theorie möglich wäre. Und in der Theorie ist es nun einmal möglich, ein halbes Vermögen für CBD-Blüten auszugeben, diese pur zu verspeisen oder in einem riesigen Joint zu rauchen und dadurch einen schwachen Rausch auszulösen. Und diese Theorie ist für die Gesetzgebung Grund genug, CBD-Öle zu erlauben, CBD-Blüten aber zu verbieten.

Gegen welche Beschwerden wird CBD-Öl eingesetzt?

CBD hat tatsächlich ein breites Anwendungsspektrum, ein Aspekt, warum die Einnahme so beliebt geworden ist. Aus der Forschung ist bereits seit Jahren bekannt, dass medizinisches Cannabis gute Effekte bei verschiedenen Krankheitsbildern erzielen kann. Eine ähnliche Wirkung wird auch CBD nachgesagt, eben ohne den psychogenen Effekt. Genutzt wird die Substanz unter anderem bei:

Psychisch relevanten Erkrankungen: Depressionen, Angststörungen, Schizophrenie – der Einsatz von CBD ist in diesem Bereich immer häufiger zu beobachten. Wissenschaftler forschen daran, die Wirksamkeit nachzuweisen und CBD so stärker in den Therapieleitlinien zu platzieren.

Chronische Schmerzen: Einen nachweisbaren Effekt zeigt CBD bei chronischen Schmerzen, die oft durch eine Fehlprogrammierung des Schmerzgedächtnisses auftreten. Wird dieses neu programmiert, können Schmerzen reduziert werden. Bei akuten Schmerzen sind sich Experten bislang uneinig, ob es eine Möglichkeit der Linderung durch die Anwendung von CBD gibt. Die Berichte sind aber vielversprechend.

Minderung von Stress: Die Einnahme von CBD aktiviert das körpereigene Endocannabinoid-System und kann damit einen Einfluss auf den Parasympathikus nehmen. Dieser ist für Ruhe und Gelassenheit verantwortlich.

Chronische Entzündungen: Auch bei chronischen Entzündungen kommt CBD immer häufiger zum Einsatz, denn die Substanz hilft dabei, Abwehrzellen zu produzieren und die Bekämpfung der Entzündung zu beschleunigen.

Bei Tieren: Ob bei Hunden oder Pferden, CBD hat sich auch in der Veterinärmedizin bereits einen Namen gemacht und kommt zur Anwendung. Vor allem bei Unruhezuständen des Tieres kann die natürliche Substanz hilfreich sein. Vorsicht ist bei Katzen geboten, sie vertragen nicht alle Zusatzstoffe, die im CBD-Öl enthalten sein können.

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